Ablauf | Tiefenbacher Insolvenzverwaltung

Ablauf

Die Eigenverwaltung kann nur erfolgreich sein, wenn der Antrag frühzeitig gestellt wird. Sobald einer der Insolvenzgründe eingetreten ist (Überschuldung und tatsächliche Zahlungsunfähigkeit), verbleibt hierfür eine Frist von drei Wochen. Lässt der Schuldner die Frist verstreichen, macht er sich der Insolvenzverschleppung schuldig bzw. gegenüber den Gläubigern schadensersatzpflichtig.

Das Stellen des Antrags und Insolvenzeröffnungsverfahren

Wenn sich der Schuldner für die Eigenverwaltung entschieden hat, muss beim zuständigen Amtsgericht neben dem Insolvenzantrag ausdrücklich der Antrag auf Eigenverwaltung gestellt werden.  Die Antragsvorbereitung sollte einen Zeitraum von zwei Wochen bis maximal sechs Wochen nicht überschreiten. Die Anforderungen an die Anträge sind sehr hoch. Sie müssen professionell vorbereitet werden, so dass sich die Unterstützung durch ein insolvenzerfahrenes Team lohnt. In dieser Zeit kann der Unternehmer bereits ein Sanierungskonzept mit ersten konkreten Maßnahmen und Planungen erarbeiten. Aufgrund der Komplexität wird das Konzept meist in Zusammenarbeit mit einem sanierungserfahrenen Berater erstellt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einbindung von Stakeholdern des Unternehmens (Gläubiger, Geschäftspartner, Kunden), um ein Scheitern des Verfahrens im Vorfeld zu vermeiden und das Vertrauen aufrecht zu erhalten.

Nach Stellung des Insolvenzantrags vergehen meist mehrere Wochen, bis das Gericht entschieden hat, ob dem Antrag stattgegeben wird. In dieser Zeit werden Sicherungsmaßnahmen angeordnet, worunter die Bestellung eines vorläufigen Sachwalters zählt. Unter bestimmten Voraussetzungen wird ein vorläufiger Gläubigerausschuss einberufen.

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens

Mit dem Antrag bestimmt das Gericht eine Frist, innerhalb der ein Insolvenzplan erstellt werden muss. Dieser wird in der folgenden Zeit erarbeitet und liegt gegebenenfalls mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens vor. Sieht das Gericht die Voraussetzungen einer Eigenverwaltung als gegeben an, eröffnet es das Insolvenzverfahren. Mit den Gläubigern wird anschließend in einem gesonderten Termin der Insolvenzplan erörtert und abgestimmt. Unterstützen die Gläubiger den Plan, bestätigt das Gericht abschließend den Insolvenzplan. Damit gehen etwa zwei bis vier Wochen später die Aufhebung des Insolvenzverfahrens und die anschließende Planerfüllung einher.

Ziel: Wiederherstellung der Markt- und Wettbewerbsfähigkeit

Ziel ist die Überzeugung des Gerichts davon, dass die Fortführung des Unternehmens mit einem „operativ gesunden Kern“ möglich ist und eine dauerhafte Wiederherstellung der Markt- und Wettbewerbsfähigkeit erreicht werden kann.

Krisenkommunikation

Die Geschäftsführung hat in der Regel keine Erfahrung mit Krisensituationen und ist schlichtweg überfordert, wenn von allen Seiten Fragen kommen, wie: Geht es weiter mit dem Geschäftsbetrieb? Werden Mitarbeiter entlassen? Wie groß ist die Liquiditätslücke?
Im Verfahren hat die Krisenkommunikation demnach eine Schlüsselposition bei der Krisenkommunikation – sie ist ein maßgeblicher Faktor für das Gelingen der Sanierung. Dabei müssen alle Beteiligten im Verfahren berücksichtigt werden: Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner sowie die Medien. Gefragt sind viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung.

Wir unterstützen Sie während des gesamten Verfahrens. Wir haben bereits eine Vielzahl von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung begleitet und gemeinsam mit den Unternehmen eine erfolgreiche Sanierung erzielt – zum Beispiel als Sachwalter oder Sanierungsgeschäftsführer. Unsere täglichen Aufgaben reichen dabei von der Kapitalbeschaffung, über Gespräche oder Verhandlungen mit allen Stakeholdern,  Krisenkommunikation, bis zur Unterstützung bei der Insolvenzplanerstellung und Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen. Gerne stehen wir Ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf!

Gläubiger-Informations­system

Hier können Sie ausgewählte Insolvenzverfahren online einsehen.