Wo sind 1 Mio. Container geblieben?

Am 17. Mai 2018 haben die vorläufigen Insolvenzverwalter einen ersten Zwischenstand über ihre Ermittlungen im Rahmen des vorläufigen Insolvenzverfahrens der fünf P&R-Gesellschaften erstattet.

Die Informationen waren jedoch erschütternd: von den gerundet 1,6 Mio. Containern, welche an gerundet 54.000 Anleger verkauft wurden, konnten bislang wohl lediglich 618.000 Container aufgefunden werden. Diese „Bestandsdifferenz“ sei „über Jahre hinweg aufgebaut“ worden, so die vorläufigen Insolvenzverwalter.

Sollte es bei diesem Ergebnis verbleiben, fehlen den Investoren gerundet 1 Mio. Container. Nach wie vor gehen die vorläufigen Insolvenzverwalter davon aus, dass sowohl die vorhanden Container als auch die Erlöse aus der Vermietung zur Verteilung an die Investoren zur Verfügung stehen.

Weiter erwähnen die vorläufigen Insolvenzverwalter, dass die Staatsanwaltschaft München I die Ermittlungen bereits aufgenommen habe. Die Staatsanwaltschaft München bestätigt in einer Presseerklärung vom 17. Mai 2018, dass sie gegen frühere und heutige Geschäftsführer der P&R-Gruppe am 11. Mai 2018 die Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts des Betruges aufgenommen hat. Hierzu wurde eine eigene Arbeitsgruppe „Container“ gebildet, welche den zu erwartenden Bearbeitungsumfang bewältigen soll. Bereits seit dem 21. März 2018 hat die Staatsanwaltschaft ein Vorprüfungsverfahren durchgeführt.

Was bedeutet das für Sie als Investoren?

Zunächst ist festzuhalten, dass damit die Frage des Eigentums der Investoren an den Containern noch schwieriger zu beantworten sein dürfte. Selbst wenn ein Eigentumszertifikat abgefordert wurde, ist nicht gesichert, dass der darin benannte Container tatsächlich existiert.

Auch die Mieteinnahmen, welche die vorläufigen Insolvenzverwalter derzeit einziehen, sind damit automatisch geringer.

Zudem können weniger Container als ursprünglich angenommen verwertet werden, wodurch der Verwertungserlös insgesamt geringer ausfällt. Damit ist das zur Verteilung an die Insolvenzgläubiger stehende Vermögen (Insolvenzmasse) kleiner und automatisch die Quotenerwartung der Gläubiger geringer.

Was können Investoren im Augenblick unternehmen?

Ihre Forderungen gegen die insolventen Gesellschaften können Sie erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei dem jeweiligen Insolvenzverwalter zur Insolvenztabelle anmelden. Hierzu werden Sie gesondert durch die Insolvenzverwalter aufgefordert. Forderungsanmeldungen, die bereits während des vorläufigen Insolvenzverfahrens, also bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens, vorgenommen werden, müssen nach Verfahrenseröffnung wiederholt werden. Es gibt hier keinen Wettlauf der Gläubiger, wonach derjenige eine höhere Quote erlangt, der seine Forderung zeitiger anmeldet.

Für unsere Mandanten werden wir nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Forderungen anmelden. In Kürze erhalten Sie hierzu weitere Informationen.

Anmerkung:

Sollten Sie uns bislang noch nicht mit Ihrer Forderungsanmeldung mandatiert haben, können Sie das Mandat jederzeit auch erweitern. Sprechen Sie uns hierzu gern an.