Pressemitteilung zur Pressekonferenz: Schutzschirmverfahren Hilfe für das behinderte Kind Bayreuth gGmbH

16.09.2015

Mit Hochdruck arbeiten derzeit die Beteiligten im Schutzschirmverfahren Hilfe für das behinderte Kind Bayreuth gGmbH an der Ausarbeitung des Insolvenzplans. Bis Ende November 2015 muss dieser beim Amtsgericht Bayreuth vorliegen. Die gemeinnützige Gesellschaft hatte am 27. August 2015 den Antrag auf ein gerichtliches Sanierungsverfahren beim Amtsgericht gestellt. Das Ziel ist die Erhaltung und die dauerhafte Fortführung des Unternehmens. Dr. Franz Sedlak, Geschäftsführer der Hilfe für das behinderte Kind Bayreuth gGmbH, berichtet: „Derzeit finden viele Gespräche mit den Beteiligten statt. Gemeinsam wollen wir eine dauerhafte Lösung für das Unternehmen finden. Uns muss der Spagat gelingen, unsere Arbeit der Förderung, Betreuung und Unterstützung behinderter Menschen weiterhin auf dem bisherigen hohen Niveau fortzuführen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, aber dennoch wieder kostendeckend zu arbeiten. Die Menschen liegen uns am Herzen und wir möchten auch künftig vielfältige Angebote für behinderte Menschen und ihre Familien zur Verfügung stellen können.“ Die 212 Beschäftigten wurden in einer Mitarbeiterversammlung bereits über den aktuellen Verfahrensstand und den Lauf des Antragsverfahrens informiert und stehen hinter dem Unternehmen. Das Insolvenzausfallgeld ist beantragt und die Zustimmung wurde von der Agentur für Arbeit bereits schriftlich erteilt – somit ist die Entgeldauszahlung für die Mitarbeiter zunächst für drei Monate gesichert. Auch einer der Hauptdebitoren des Unternehmens – der Bezirk Oberfranken – hat seine Unterstützung zugesagt. So sollen die laufenden Verträge eingehalten werden. Zuwendungen für erbrachte Leistungen der Hilfe für das behinderte Kind Bayreuth gGmbH werden demnach während der Schutzschirmphase vom Bezirk Oberfranken erstattet. „Wir sind sehr froh, dass wir durch die Zusage fest mit den Einnahmen rechnen können, das ist wichtig für die Planung im Antragsverfahren“, so Dr. Sedlak.

So entstand die Krise

Die Gründe zur Entstehung der Krise sind vielfältig: So gab es bis zum Wechsel der Geschäftsführung Mitte 2013 kein funktionierendes Controllingsystem. Strukturelle Missverhältnisse zwischen erbrachten und abrechenbaren Leistungen wurden demnach über viele Jahre nicht erkannt, Gespräche oder Nachverhandlungen mit Kostenträgern fanden kaum statt. Nun muss die Hilfe für das behinderte Kind nachhaltig saniert werden. Dafür sollen verschiedene Teilbereiche neu strukturiert werden. Es wird mit Kostenträgern und möglichen Geldgebern verhandelt, um die derzeitige Liquiditätslücke in Höhe von rund 2,0 Millionen Euro zu schließen. Die Hilfe für das behinderte Kind Bayreuth gGmbH gehört zur Diakonie Bayreuth, welche sich momentan ebenfalls in einem Restrukturierungsprozess befindet. Für diese und die anderen Gesellschaften der Diakonie ist jedoch keine gerichtliche Sanierung notwendig. Für die angestrebte Sanierung der Diakonie Bayreuth gibt es einen engen Austausch mit dem Diakonischen Werk Bayern und der Evangelischen Landeskirche.

Besonderheit eines Schutzschirmverfahrens

Für die Sanierung der Hilfe für das behinderte Kind Bayreuth gGmbH wird ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung in der besonderen Form des Schutzschirmverfahrens genutzt. Hierbei wird ein geplantes und in Zusammenarbeit mit dem Schuldner und den Gläubigern gestaltetes gerichtliches Verfahren ermöglicht. Eine der Voraussetzungen dafür ist, dass noch keine tatsächliche Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens vorliegt – die Hilfe für das behinderte Bayreuth gGmbH hat sich demnach ganz bewusst für diesen Sanierungsweg entschieden. Unter einem sogenannten „Schutzschirm“ wird dabei das Unternehmen gegen mögliche Vollstreckungsversuche der Gläubiger abgeschirmt und hat so die Möglichkeit, einen Sanierungsplan zu erstellen, der anschließend als Insolvenzplan umgesetzt werden kann. Dr. Franz Sedlak und Thomas Opitz führen das operative Geschäft der Hilfe für das behinderte Kind weiter. Zusätzlich vom Gericht eingesetzt ist der vorläufige Sachwalter Dr. Nils Freudenberg der Bayreuther Kanzlei Tiefenbacher Rechtsanwälte. „Neben meiner überwachenden und prüfenden Funktion als vorläufiger Sachwalter unterstütze ich das Unternehmen vor allem bei der Erstellung des Insolvenzplanes sowie bei der Vorbereitung und der Durchführung der Sanierung“, berichtet Rechtsanwalt Dr. Nils Freudenberg. Der Sachwalter kontrolliert fortlaufend die wirtschaftliche Lage im Betrieb und die Liquiditätsplanung – seine Tätigkeit bildet den äußeren Rahmen, in dem die angestrebten Restrukturierungsmaßnahmen durch die Geschäftsführung und das Team eigenständig umgesetzt werden können.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der Diakonie Bayreuth www.diakonie-bayreuth.de oder unter www.tiefenbacher-insolvenzverwaltung.de

Unternehmenskontakt
Dr. Franz Sedlak
Geschäftsführer
Hilfe für das behinderte Kind Bayreuth gGmbH
Kirchplatz 5
95444 Bayreuth
Telefon: 0921 75420


Kontakt Vorläufiger Sachwalter
Dr. Nils Freudenberg
Kanzlei Tiefenbacher Rechtsanwälte
Prieserstraße 2
95444 Bayreuth
Telefon 0921 151103-20
E-Mail: freudenberg@tiefenbacher.de


Kontakt Presse
Ilka Stiegler
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95448 Bayreuth
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