Gute Nachrichten für die Jenaer Leiterplatten GmbH: Gläubiger geben grünes Licht für die Ausarbeitung eines Insolvenzplans

(Jena, 21.05.2026) – Im Insolvenzverfahren der Jenaer Leiterplatten GmbH ist ein entscheidender Fortschritt erzielt worden: Die Gläubigerversammlung hat der Erstellung eines Insolvenzplans zugestimmt, der Maßnahmen zur Sanierung und langfristigen Stabilisierung des Unternehmens vorsieht.

Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Thorsten Springstub (Tiefenbacher Insolvenzverwaltung | Restrukturierung) berichtet: „Die Versammlung war sehr gut besucht. Vertreter von Banken, Finanzamt, Energieversorgern, Arbeitnehmern und Gesellschaftern haben sich intensiv mit der Lage des Unternehmens auseinandergesetzt und den eingeschlagenen Weg bestätigt. Damit rückt eine geordnete Sanierung einen wichtigen Schritt näher.“

Der Insolvenzplan soll am 1. Juli 2026 dem Amtsgericht Gera zur Prüfung vorgelegt werden. Der Vollzug ist für den 1. August 2026 vorgesehen. Währenddessen läuft der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen weiter. Ziel ist es, eine tragfähige Lösung für die Fortführung des Unternehmens zu entwickeln und den mehr als 70 Mitarbeitenden eine stabile Perspektive zu bieten.

Springstub betont: „Die Entscheidung der Gläubiger ist ein starkes und ermutigendes Signal in einer herausfordernden Zeit. Die vergangenen Monate waren für alle Beteiligten von Unsicherheit geprägt. Umso wertvoller ist der Rückhalt, den das Unternehmen erfahren hat. Mitarbeitende und Kunden stehen weiterhin fest zur Jenaer Leiterplatten GmbH. Und auch die Banken haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles getan, um zu unterstützen. Ohne dieses Vertrauen wäre eine Fortführung kaum denkbar.“

Unterstützt wird Springstub von Lars Jörges (SENSE Management GmbH). Für die Ausarbeitung des Insolvenzplans ist Rechtsanwalt Dr. Martin Linsenbarth (DiLigens Rechtsanwälte & Insolvenzverwalter) verantwortlich.

Investor stärkt die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens

Ein zentraler Bestandteil des Insolvenzplans steht bereits fest: Ein Investor wird künftig als neuer Gesellschafter einsteigen und das Unternehmen langfristig stärken. Der ausgewählte Partner ist in der Leiterplattenbranche tätig und mit den Anforderungen des Marktes vertraut.

Der strukturierte Investorenprozess wurde von Simon Leopold (ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG) und seinem Team begleitet, die das Unternehmen auch kaufmännisch unterstützen.

Geplant ist eine Beteiligung im Rahmen eines Share Deals, wodurch der bestehende Unternehmensmantel erhalten bleibt – ein entscheidender Vorteil. Besonders im Defence-Bereich verfügt die Jenaer Leiterplatten GmbH über zahlreiche Zertifizierungen, deren Neuerteilung für ein anderes Unternehmen Monate dauern würde. Ein Verlust dieser Zertifikate würde die Produktion erheblich beeinträchtigen und etablierte Kundenbeziehungen gefährden.

Hintergrund: Wettbewerbsdruck führte zur Krise

Die Jenaer Leiterplatten GmbH zählt zu den führenden Herstellern von Leiterplatten in Deutschland. Trotz starker Marktposition geriet das Unternehmen 2024 zunehmend unter Druck – ausgelöst durch wachsende Konkurrenz aus Asien, hohe Lagerbestände bei Kunden und die schwache Entwicklung der Automobilindustrie.

Da außergerichtliche Restrukturierungsmaßnahmen die entstandenen Liquiditätsengpässe nicht mehr ausreichend abfedern konnten, wurde im Dezember 2025 ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Seitdem wurden die wirtschaftliche Lage umfassend analysiert und verschiedene Sanierungsoptionen vorbereitet.

 

Kontakt Insolvenzverwalter

RA Thorsten Springstub

Kanzlei Tiefenbacher Insolvenzverwaltung I Restrukturierung

Telefon: +49 36 41 23 98 56

E-Mail: springstub@tiefenbacher.de

www.tiefenbacher-insolvenzverwaltung.de

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